History

 

»Platz der Buchkunst 2002«, 54. Buchmesse Frankfurt

Buchkunst unter einem Dach!

In diesem Jahr bot die Buchmesse Frankfurt zum dritten Mal ein eigenes Forum für Anbieter von Pressendrucken, Malerbüchern,Künstlerbüchern und Buchobjekten. Unter dem Motto "Die Buchkunst unter einem Dach" waren hier rund 80 Handpressen, Verlage, Editionen, Buchkünstlerinnen und Buchkünstler, Ateliergemeinschaften, Papierkünstler und Museen rund um den "Platz der Buchkunst" in Halle 4.1 versammelt. Hier wurden die "Bücher der ganz anderen Art" präsentiert.

Diese Werke zeitgenössischer Buchkunst - meist von hoher künstlerischer und handwerklicher Qualität - zeichnen sich nicht nur durch ihre Originalität aus, es sind auch begehrte Sammelobjekte für Freunde der Bibliophilie, für Bibliotheken und Museen. Als besondere Attraktion am "Platz der Buchkunst" wurden in einer Vitrinen-Ausstellung Werke litauischer Buchkünstler präsentiert, herausragende Beispiele von Künstlerbüchern und Buchobjekten, die der litauische Künstler und Ausstellungsorganisatior Kestutis Vasiliunas im Auftrag des BuchDruckKunst e.V. Hamburg ausgewählt hatte.

Eine weitere Ausstellung zeigte Radierungen in Werken zeitgenössischer Buchkunst und das "Book Art News Forum" bot den Besuchern einen Überblick über die Neuerscheinungen der Buchkunst-Aussteller in dieser Halle.



Am "Platz der Buchkunst" wurden auf Maschinen des Buchdruckereigewerbes originalgrafische Drucktechniken vorgeführt. Die künstlerische Technik des Tiefdrucks stand diesmal im Mittelpunkt. Auch der Guß von Bleilettern, die Offsetlithographie, sowie die Herstellung hochwertiger, handgeschöpfter Papiere vermittelten einen Eindruck davon, wie Pressendrucke entstehen.


Die Aktionen wurden durchgeführt von

der Kätelhön Druckgrafik KG,

der Papiermühle Homburg,

der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

und vom Hessischen Landesmuseum Darmstadt.

 

 

Presse-Echo Buchmesse Frankfurt 2002

Fuldaer Zeitung, Magazin am Wochenende, 12. Oktober 2002
Von Anke Zimmer, Fotos von Thomas Abel
Augenschmaus für Lesefreunde: Der Verein BuchDruckKunst hat den "Platz der Buchkunst" in der Frankfurter Messehalle 4.1 geschaffen.

Wenn Bücher mehr als "nur" Literatur sind

Es gibt Künstler, die gehen aus sich heraus und hängen ihre Werke augenfällig an die Wand. "Unsere Künstler sind anders", sagt Wibke Bartkowiak. Unsere Künstler: Das sind Männer und Frauen, die entdeckt werden wollen, gesucht ... und gefunden. Zwischen beinahe harmlosen Buchdeckeln. Denn Wibke Bartkowiak ist die erste Vorsitzende des Vereins "BuchDruckKunst" - eine Gruppe von 68 Freunden kunstvoller Bücher. Oder literarischer Kunstwerke. Wie man eben will. Und als Vorsitzende hat Wibke Bartkowiak sich vorgenommen, jene Männer und Frauen zu fördern, denen ein Buch mehr ist als "nur" eine Geschichte auf Papier. Die sind mit Lust und Phantasie daran machen, wunderbare Objekte zu schaffen; Arbeiten, die aber sehr schwer "an den Mann" zu bringen sind. Zumal ein Buchkunstwerk nicht gerade billig ist.

Ein Ort, an dem sich die leidenschaftliche Liebhaberin dieser "Gattung" derzeit für "unsere Künstler" ins Zeug legt, ist die 54. Frankfurter Buchmesse. Dort - in der Halle 4.1 - hat der Verein nun schon im 3. Jahr den "Platz der Buchkunst" geschaffen - eine Stelle inmitten des hektischen Messetreibens, an der der Besucher nicht mit Neuerscheinungen konfrontiert wird, sondern mit einem ästhetischen Genuss sondergleichen.

In mehreren Vitrinen stehen sie also, die Kunstwerke, und können bewundert werden: das "Fellbuch" der Litauerin Dalia Marija Saulauskaite, die Holzbuchstaben aus dem Atelier Krupka, das als Buch kaum noch zu erkennende Werk von Susanne Levy, hergestellt in der Basler Papiermühle. Und man braucht kein geschultes Auge, um zu erkennen, wie vielfältig die Möglichkeiten der Buchkunst sind. Es gibt kreative, die sich auf das Papier konzentrieren und wunderbare Seiten selbst schöpfen, anderen wiederum liegt die Typografie am Herzen und wieder anderen die Illustration.

Wibke Bartkowiak liebt sie alle. Ihr Mann Heinz Stefan nicht minder. Gemeinsam haben sie den Verein ins Leben gerufen, der auf noch mehr Mitglieder hofft (für Interessenten die Adresse: Körnerstr. 24, 22301 Hamburg), ein üppiges Jahrbuch herausgibt und nun einen Internetauftritt in Angriff genommen hat. Doch es geht ihnen nicht nur um die Kunst an sich, auch um die Herstellung. Damit die Menschen verstehen, warum ein Künstlerbuch nicht billig ist. Denn welcher Aufwand nötig ist, um ein solches Stück herzustellen, demonstrieren in der Messehalle täglich ein Drucker und ein Papierschöpfer; und heute und morgen wird Jürgen Meyer Jurkowski in die Kunst der Radierung einführen.

 

Abbildungen:
links oben: "Drei Holzbuchstaben" aus dem Atelier Krupka
rechts oben: Dalia Marija Saulauskaite: "Stop"
Mitte links: Susanne Levy: "Wortgetreu"
Mitte rechts: Kestutis Vasiliunas: "Das Teebuch"
links unten: John Gerard: "Und du erbst das Grün" von R. M. Rilke
rechts unten: Roberta Vaigeltaite: "ABC"
























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