History

 

Eine Messe wie eine Biennale:
Die 5. Norddeutsche Handpressenmesse in Hamburg – ein Rückblick

Im Januar 2007 feierte die Norddeutsche Handpressenmesse im Museum der Arbeit ihren fünften erfolgreichen Auftritt. Diese „Biennale zeitgenössischer Buchkunst“ ist inzwischen eine feste Einrichtung im kulturellen Leben der Freien und Hansestadt Hamburg geworden.

Frau Fortuna wählte im Losverfahren unter einer großen Zahl von Bewerbern 50 Teilnehmer aus Mexiko, Russland, Spanien und vielen Bundesländern Deutschlands, die dem Publikum ein außerordentlich spannendes Spektrum der internationalen Buchkunst zeigten.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Graphischen Abteilung des Museums der Arbeit demonstrierten in einem Rahmenprogramm Satz- und Druckvorführungen mit den traditionellen Werkzeugen und Maschinen des Buchdruckgewerbes.

Als aktive Gäste wirkten Buchhandwerker mit, die dem Publikum Außergewöhnliches zu bieten hatten:
- Sepp Schromm aus München zeigte die Schmuckstücke seiner Sammlung indischer Holzmodel und fertigte von den Originaldruckformen Abzüge auf edlen Papieren.
- Die in Zürich und Bombay lebende indische Papier-Expertin und Buchautorin Neeta Premchand stellte ihr Buch »Off the Deckle Edge« vor und präsentierte dazu in einer farbenfrohen Installation besondere leichte und feine Papiere aus einer traditionsreichen indischen Papiermanufaktur.
- Johannes Follmer, Papierschöpfer und Leiter des Papiermuseums in Homburg am Main, war mit Bütte, Presse und Sieben angereist. Er fertigte seine ganz besonderen Papiere mit dem bekannten Wasserzeichen der Homburger Mühle.
- Durch die von dem Schweizer „Papierpapst“ Fred Siegenthaler in aller Welt zusammengetragene Ausstellung „Strange Papers“ gewann das Thema „Papier“ zusätzliche Attraktivität. In großflächigen transparenten Rahmen konnten die Besucher Papiere ganz unterschiedlicher Natur betrachten und darüber staunen, aus wie viel verschiedenen Materialien sich beschreib- und bedruckbare Papierbögen schöpfen lassen.
- Bernhard Dorn, der neue Leiter der Initiative Drucken & Lernen, kam aus Raunheim in Hessen. Er hatte alles dabei, was man benötigt, um sich eine eigene kleine Druckwerkstatt einzurichten.
- Im Foyer war die Büchergilde Gutenberg Hamburg mit einem Stand vertreten, an dem die anspruchsvollen Drucke des Büchergilde Art Club angeboten wurden.
- Unmittelbar nebenan präsentierte die Graphische Abteilung des Museums der Arbeit Pressendrucke, die im eigenen Haus hergestellt waren. Das reich mit Farbholzschnitten illustrierte Werk »Ringelnatz für die Katz« feierte hier Premiere. Der Pressendruck entstand in einer Gemeinschaftsproduktion von fünf Hamburger Künstlerinnen und Künstlern.

Mit der Eintrittskarte erhielt jeder Besucher das von Klaus Raasch entworfene und gestaltete Ausstellerverzeichnis und den Messe-Wegweiser mit den Standnummern.

Schon ab Herbst 2006 wurde die Messe auf den Websites der Organisatoren und etlicher Aussteller kräftig beworben. Flyer wurden in großer Anzahl an vielen von Bücherfreunden besuchten Plätzen, wie Bibliotheken, Messen, Werkstätten, Museen, Galerien, Buchhandlungen und Druckwerkstätten verteilt. Der Versand der Einladungskarten im Großraum Hamburg wurde auch in diesem Jahr durch Adressenmaterial unterstützt, das forum book art zur Verfügung stellte. Wie bei den früheren BuchDruckKunst-Messen im Museum der Arbeit erhielten auch in diesem Jahr alle Aussteller jede gewünschte Menge an Plakaten und Einladungskarten zur eigenen Verteilung.

Planung, Vorarbeiten und Aufbau der Messe liefen dank der Hilfe vieler aktiver Mitglieder des BuchDruckKunst e.V.  reibungslos. Die Räumlichkeiten im Hauptgebäude des Museums erlaubten wie gewohnt die sehr großzügige Platzierung der Aussteller im 3. Obergeschoss. Stellwände, die zugleich dem Aufhängen von Grafikblättern dienten, sorgten für eine angenehme Gliederung des Raumes.

Bei der Ankunft fanden die Aussteller gut vorbereitete und üppig ausgeleuchtete Ausstellungsflächen und Tische vor. Für die Druck- und Buchhandwerker war im 1. Obergeschoss Platz geschaffen worden, der dem Publikum erlaubte, den Vorführungen ganz ohne Gedränge zuzusehen.

Am Eröffnungsabend wurde dem geladenen Publikum eine unterhaltsame Performance von Rede und musikalisch untermalter Lesung zu „Ringelnatz für die Katz“ geboten. Danach belagerten bis spät in die Nacht mehr als 400 Besucher die Stände der Aussteller, wobei auch schon Käufe abgeschlossen wurden.

Am ersten Ausstellungstag, dem Sonnabend, herrschte durchgehend reger Publikumsverkehr. Am Abend trafen sich dann die Buchkunst-Aussteller auf einen Imbiss in der Körnerstraße 24. Hier sind forum book art und der Verein BuchDruckKunst e.V. zu Hause. Der zweite und letzte Ausstellungstag verlief ähnlich stürmisch wie der vorangegangene. Durch die am Tag vorher ausgestrahlten Messeberichte in Rundfunk und Fernsehen war sogar noch mehr Publikum neugierig geworden.

Von den insgesamt über 2.200 Besuchern äußerten sich viele gegenüber den Organisatoren und den Ausstellern sehr positiv über die Vielfalt und die Qualität der angebotenen Werke. Das Kaufverhalten der überwiegend fachkundigen Besucher war nach Aussage der Aussteller sehr unterschiedlich. Es wurde von sehr guten Verkäufen berichtet, aber auch von mittelmäßigen und leider auch von einigen unbefriedigenden Verkaufsergebnissen, die jedoch durch den Gewinn an neuen Kontakten aufgewogen wurden.

In zahlreichen E-Mails und Briefen lobten die Buchkünstler die angenehme und kollegiale Atmosphäre, berichteten über viele interessante neue Kontakte und Verkäufe noch nach der Messe.

Ein großes Lob der Aussteller erntete BuchDruckKunst e.V. für die liebevolle und perfekte „Rundumbetreuung“, zu der auch Ratschläge zur An- und Abreise, zur Unterbringung und zu kulturellen und touristischen Attraktionen in der Stadt gehörten.

Das Hamburger Abendblatt wies schon Monate vorher in seiner Extra-Beilage für die Hamburger Museen auf diese Messe hin. Zusätzlich zu termingerecht veröffentlichten Veranstaltungshinweisen erschien am Tag der Messe auf der Titelseite des Hamburger Abendblatts unter der viel gelesenen Rubrik „Menschlich gesehen“ ein Portrait über Wibke Bartkowiak, der 1.Vorsitzenden des BuchDruckKunst e.V.

Ein Rundfunkinterview von Radio Bremen, ein Fernsehauftritt zu morgendlicher Stunde im Hamburger Fernsehsender „Frühcafé“ sowie ein Bericht zur besten Sendezeit im Regional¬programm der ARD sorgten dafür, dass die Besucherzahl jene aller vorangegangenen Messen übertraf.

BuchDruckKunst e.V. und forum book art Hamburg hatten die Messe auf ihren Websites angekündigt und mit E-Mail-Aussendungen an ihre Internet-Partner beworben. Unter www.google.de Norddeutsche Handpressenmesse sind mittlerweile 178 Einträge verzeichnet.

Die beim BuchDruckKunst e.V eintreffende Post, Faxe, E-Mails und Telefonanrufe zeigen, dass durch die Norddeutsche Handpressenmesse viele Impulse ausgelöst und neue – auch internationale – Beziehungen geknüpft werden. Besucher erkundigen sich auch im Nachhinein nach Künstlern und deren Adressen oder nach bestimmten Werken, die sie dort gesehen haben. Presseleute fragen nach weiteren Informationen. Veranstalter anderer etablierter Buchkunstmessen aus dem In- und Ausland zeigen sich vom Konzept, der Zusammenstellung der Aussteller und dem Publikumserfolg dieser Messe beeindruckt und holen sich bei den Organisatoren Ratschläge und wertvolle Tipps.

Last but not least sei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Messe gedankt, die dafür sorgten, dass mit der 5. Norddeutschen Handpressenmesse dem Hamburger Publikum eine internationale, hochwertige und in vielerlei Hinsicht einzigartige kulturelle Veranstaltung geboten werden konnte.






Anzahl der Besucher: 2215





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