History

 

Die 6. Norddeutsche Handpressenmesse BuchDruckKunst
vom 16. bis 18. Januar 2009 in der Stiftung Historische Museen, Museum der Arbeit

Es ist für viele Hamburger Bücherliebhaber schon eine lieb gewordene Gewohnheit, alle zwei Jahre im Januar ins Museum der Arbeit zu gehen, um dort die „Bücher der ganz anderen Art“ präsentiert zu bekommen.
In diesem Jahr erreichte die Anzahl der Besucher eine Rekordmarke, denn sie überschritt die Zahl von 2.500.

Die Mitglieder des Vereins BuchDruckKunst e.V. Hamburg hatten unter der Leitung ihrer beiden Vorsitzenden
Wibke Bartkowiak und Erika Drapatz schon Monate vorher mit den Planungsarbeiten begonnen und die Details mit Dr. Jürgen Bönig, Anne von Karstedt und Klaus Raasch im Museum besprochen. Darum verliefen die Vorarbeiten termingerecht und problemlos.
Klaus Raasch druckte Handzettel, die bereits auf der Frankfurter Buchmesse 2008 verteilt werden konnten, das Messeplakat und die Einladungskarten zur Vernissage mit dem bekannten Motiv. Außerdem gestaltete er den 28seitigen Messekatalog, der den Besuchern zu ihrer Eintrittskarte ausgehändigt wurde.

Wie in den letzten Jahren war die Zahl der Aussteller auf 50 limitiert. Da einer von ihnen kurzfristig absagen musste, waren es 49 Pressen, die sich im 3. Obergeschoss des Museums mit ihren neuesten Werken präsentierten.

Wie schon bei den früheren Messen, beteiligten sich auch diesmal Buchkünstlerinnen und Buchkünstler aus vielen Regionen Deutschlands und aus dem Ausland. Sie alle hatte die Glücksfee per Los aus einer großen Zahl von Bewerbern ermittelt. Auch bei der Platzierung der Stände in der Ausstellungshalle hatte Frau Fortuna ihre Hand im Spiel, denn jeder Aussteller zog seine Standnummer aus einem Zylinderhut.

Die Eröffnung der Messe am 16. Januar fand im Foyer des Museums statt. Dr. Jürgen Bönig und Wibke Bartkowiak gaben eine kurze Einführung. Es folgte ein Vortrag der Istanbuler Galeristin Nuran Terzioglu zum Thema „Türkische Buchkunst“.
Karl-Heinz Döbert aus Offenbach am Main, gab dann eine Einführung zu einer eindrucksvollen Ausstellung mit Arbeiten von Preisträgern des Internationalen Senefelder-Preises, die im ersten Obergeschoss besichtigt werden konnte.

Sarah Bodman (Research Fellow for Artists' Books at the Centre for Fine Print Research) von der Universität Bristol war eingeladen, um neue Techniken des Digitaldrucks zu zeigen und hielt dazu ein kurzes Referat.

Im Anschluss an die Reden war die Messe eröffnet, und die Besucher konnten in die Etagen und in das Torhaus strömen.

Außer der Ausstellung türkischer Buchkunst im Erdgeschoss gab es dort Stände von Drucken und Lernen, der »Plakatwerkstatt« von Gerda Fellberg, dem ARTclub der Büchergilde Gutenberg und einen Stand vom Museum selbst, das hier seine im Haus entstandenen Pressendrucke vorstellte.

In der ersten Etage waren in der Handsatz- und Buchdruckwerkstatt die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Museums in voller Aktion, und auch die Setz- und Gießmaschinen zeigten laut ratternd, was sie können.

Der Hamburger Designer Daniel Janssen und seine Frau Sylvia führten die fast vergessene grafische Technik des Stahlstichs an einer historischen Stahlstichpresse des Museums vor.


In der zweiten Etage war Ilona Hesse vom »Atelier für Buntpapier« aus Leipzig aktiv und führte dem Publikum den Herstellungsprozess von Ebru-Papier vor.
Ihr gegenüber demonstrierte der Berliner Papierschöpfer Gangolf Ulbricht, wie hochwertige Papiere per Hand gefertigt werden.

Auf derselben Etage konnte man eine Innovation besonderer Art erleben: Sarah Bodman und Tom Sowden vom Centre for Fine Print Research, UWE Bristol, School of Creative Arts und der Grafiker Bernd Heußinger aus Wulfsen zeigten, wie man modernste Digitaltechnik zur Produktion künstlerisch hochwertiger Drucke einsetzen kann.

Im dritten Obergeschoss fand die eigentliche Messe statt.
Die Aussteller bestätigten uns später, dass sie über die große Zahl fachkundiger Besucher erstaunt waren, und viele Messebesucher zeigten sich erfreut über die große Menge qualitätvoller Arbeiten, die sie zu sehen bekamen. Erfreulicherweise wurde „trotz der angespannten Wirtschaftslage“ auch gut verkauft.

In der Lithowerkstatt im sogenannten Torhaus des Museums war ebenfalls permanenter Betrieb. Dort erklärte der Werkstattleiter Karl-Heinz Reimer und Katja Tanta den Besuchern die technischen Vorgänge des Steindrucks, während die Hamburger Grafiker Michael Rodenberg und Stefan Bartkowiak auf unterschiedliche Art Zeichnungen auf Steine übertrugen.


Der Abbau der Messe geschah so zügig und problemlos wie der Aufbau, was auch der professionellen Mitarbeit von Steven Nahrstedt und seinem zupackenden Team zu verdanken war. Für den Rücktransport der Messemöbel und der Vitrinen aus dem Besitz des BuchDruckKunst e.V. wurde ein LKW gemietet. Die Einlagerung bis zur nächsten Messe besorgten Ralf Uschkereit und Stefan Bartkowiak.

Mit dem Messe-Ergebnis konnten alle Beteiligten zufrieden sein: BuchDruckKunst e.V. war glücklich über den problemlosen Verlauf von der Planung bis zum Abbau. Das Museum konnte sich über die Rekord-Besucherzahlen freuen, und Ausstellerinnen und Aussteller reisten mit dem guten Gefühl nach Hause, an einer der harmonischsten und erfolgreichsten Buchkunstmessen teilgenommen zu haben. Im Januar 2007 feierte die Norddeutsche Handpressenmesse im Museum der Arbeit ihren fünften erfolgreichen Auftritt. Diese „Biennale zeitgenössischer Buchkunst“ ist inzwischen eine feste Einrichtung im kulturellen Leben der Freien und Hansestadt Hamburg geworden.

Presseartikel Hamburger Abendblatt vom 13. Januar 2009


Presseartikel Kieler Nachrichten vom 17. Januar 2009












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