Vereinsleben

 

Unser erstes Jubiläum:

5 Jahre Verein zur Förderung der zeitgenössischen Buchkunst, BuchDruckKunst e.V., am 15. Dezember 2003

Die Buchkunst ist eine verschlossene Sache, denn in der Regel spielt sich alles zwischen zwei Buchdeckeln ab. Dazwischen liegt das Abenteuer, das jeder auf seine eigene Art erlebt. Bei der zeitgenössischen Buchkunst ist das nicht anders. Nur: dieses Abenteuer hat ein paar spannende Seiten mehr: Seiten voller Sinnlichkeit. Die Augen erfreuen sich am besonderen Kleid dieser bibliophilen Lustobjekte. Die Fingerspitzen erspüren Einbandstoffe aus edlen und exklusiven Materialien. Der Geruchssinn ergötzt sich am besonderen Parfum dicht aufgetragener Buchdruckfarbe, und das geübte Ohr erlauscht die zarten Töne, die beim Blättern handgeschöpfter Papiere das Fest der Sinne eines Bibliophilen begleiten. Einer der spannendsten Aspekte buchkünstlerischer Werke sind die Menschen, die sie geschaffen haben.

 

Möglichst vielen Menschen dieses vielseitige Erlebnis zu erschließen und in ihnen die Lust am Abenteuer zu wecken, war die Idee, BuchDruckKunst e.V. ins Leben zu rufen. Inzwischen ist unsere "Gesellschaft zur Förderung zeitgenössischer Buchkunst" 5 Jahre jung und hat schon so viel Erfreuliches bewirkt, dass wir Bände damit füllen könnten. Wir danken allen, die uns in dieser Zeit wohlwollend begleitet und unterstützt haben. Vor allem danken wir den vielen ehrenamtlichen Mitgliedern unseres Fördervereins, die zahllose Stunden halfen, Projekte zu entwickeln und die viele Stunden ihres Lebens daran gaben, Messen, Ausstellungen und Aktionen in die Tat umzusetzen.
Last but not least ein großes Dankeschön mit Tusch, Blumen und Girlanden dafür, dass die Medien uns ihr spezielles Fenster zum Publikum geöffnet haben.

 

15. 12. 1998

Gründungssitzung

April 1999

Ausstellung "Frauen machen Bücher"

August 1999

Pressekonferenz zur Eröffnung des Archivs zeitgenössischer Buchkunst für die Fördermitglieder und die Öffentlichkeit

September 1999

Teilnahme am 1. Kölner Büchermachermarkt
3-Jahresvertrag mit dem Messemanagement der Frankfurt Buchmesse für die Konzeption und Durchführung des Projektes „Platz der Buchkunst“ Aufwändige Werbeaktion auf der Frankfurter Buchmesse für dieses Projekt mit einer viersprachigen Dokumentation, gestaltet von Joop Visser, Atelier It Plein, Oosterlittens/NL und der Druckerei douma, Dokkum/NL, hergestellt von Correspondance des Arts, Lodz/Polen und Kremo-Druck, Mosbach

November 1999

Organisation und Durchführung einer Buchkunst-Präsentation mit 12 Buchkünstlern zur 7. Kunstmesse „Kunst + Buch, Literatur + Bild“ in der Villa Oppenheim, Berlin

November 1999

Konzept und Organisation der Kalenderschau „Kalenderjuwelen“ und historische Kalenderschau 1830/1930 im Museum der Arbeit, Hamburg

Jahresgabe 1999:

Geschenk des Buchkunst-Museums in Lodz, Polen. Eine Dokumentation alter Druckmaschinen durch Jadwiga, Janusz und Pawel Tryzno, Correspondance des Arts

Februar 2000

Buchkunst-Präsentation „Buchartisten“ in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek, in der Färberei in Wuppertal

Juni 2000

In Zusammenarbeit mit der Schulbehörde und dem Museum der Arbeit Konzeption und Durchführung der Aktion „Buchobjekte für JG“. 14 Schulen – von der 1. Klasse Grundschule bis zum Leistungskurs Kunst des Abiturjahrgangs – beschäftigten sich mit dem 600. Geburtstag von Johannes Gutenberg. Ausstellung der Objekte im Museum der Arbeit.

Oktober 2000

Organisation einer Ausstellung über die brasilianische Cordel-Literatur in der Zinnschmelze, Hamburg.

Durchführung des als langfristige Einrichtung geplanten Projektes „Platz der Buchkunst“ auf der 52. Frankfurter Buchmesse auf 400 qm.
Vorführung verschiedener Drucktechniken und künstlerischer Techniken.
Dazu waren drei Buchkunst-Museen eingeladen: das Museum der Arbeit, Hamburg, das Museum Atelier It Plein, Oosterlittens/Niederlande, das Buchkunst-Museum Lodz/Polen. Alle drei Museen druckten dazu ihre eigene Museumszeitung zur Demonstration des Buchdrucks.
 
Drucken und Lernen, Oldenburg zeigte traditionelles Handwerkzeug und historische Druckmaschinen.

Demonstration des Farbholzschnittes durch die brasilianische Künstlerin Tita do Rego Silva, Hamburg, und Edition Klopfholz/Wilfried Bohne, Osnabrück.

Der Papierschöpfer Gangolf Ulbricht, Berlin, zeigte und erläuterte die Herstellung hochwertiger Papiere.

Sonderausstellung „100 Wörter des Jahrhunderts“ durch die Officina Ludi, Großhansdorf. Die Ausstellung „Internationale Buchjuwelen“ zeigte in 14 Vitrinen ungewöhnliche Werke internationaler zeitgenössischer Buchkunst, Kurator Heinz Stefan Bartkowiak, forum book art, Hamburg.

Das „Book Art News Forum“, ebenfalls eine Vitrinenausstellung, bot in 12 Schaukästen eine Übersicht über die Neuerscheinungen der Buchkunst-Aussteller.
Der separate Katalog, das „Book Art Directory“, erleichterte den Messebesuchern die Orientierung in der Halle und war zugleich ein kleines, aktuelles Adressbuch für Buchkunst-Sammler.
Die von der Schierlingspresse/Dieter Sdun gestalteten Seidenfahnen mit Motiven aus der Sprache der Schriftsetzer und Buchdrucker markierten den
„Platz der Buchkunst“.

Jahresgabe 2000:

Förderung der Edition Mariannenpresse, Berlin, durch Ankauf des Künstlerbuches „Die Heimsuchung“ von Johannes Strasser, mit Lithografien von Ulrich Baer.

Januar 2001

Konzeption und Organisation der 2. Norddeutschen Handpressenmesse im Museum der Arbeit, Hamburg.
In 2 Hallen präsentierten 60 Buchkünstler aus dem In- und Ausland ihre Werke.
Sonderausstellung: Künstlerbücher aus der Hamburger Partnerstadt St. Petersburg, zusammengestellt von Marina und Mikhail Karasik und zeitgenössische tschechische Buchkunst unter Beteiligung von 4 Künstlern, Kurator Svato Zapletal. Herausgabe eines Kataloges zur Messe.
Titelgestaltung von Klaus Raasch, der auch das Plakat und die Einladungskarten im Museum der Arbeit druckte.

März 2001

Buchpräsentation in der Handsatzwerkstatt Fliegenkopf, München. Eingeladen waren 25 Buchkünstlerinnen und Buchkünstler aus der Region. Plakat und Titelseite des Kataloges von Edition Klopfholz, Wilfried Bohne, Osnabrück

Mai 2001

Erstmals Vorstellung des Vereins auf der Mainzer Minipressenmesse.

Oktober 2001

"Platz der Buchkunst" auf der 53. Frankfurter Buchmesse, nunmehr in Halle 4.1, auf 200 qm Fläche.
Die Schwerpunkte: Buchdruck und Lithografie.
Der Buchdruck wurde vom Druckladen des Gutenberg-Museums Mainz unter Leitung von Dr. Otto Martin demonstriert.
Die Technik der Lithografie wurde auf einer Lithopresse des Museums der Arbeit, Hamburg von der Saal-Presse, Angela Schröder/Jürgen Zeidler, Bergsdorf, in Szene gesetzt.

Die Papierherstellung lag in Händen der Basler Papiermühle, die zugleich auf einer historischen Kniehebelpresse zeigte, wie man Büttenpapier kunstvoll bedruckt. Die künstlerische Arbeit am Lithostein führten Mikhail Karasik aus St. Petersburg und Gisela Oberbeck aus München vor.

Erich Paproth, arrivierter Künstler aus Berlin, schuf ein viel beachtetes Buchobjekt zum Thema „11. September 2001“, das danach in der Neuen Bibliothek von Alexandria seinen Platz fand.

Die Sonderausstellung „Book Art News Forum“ in 14 Vitrinen hat sich für die Buchkunst-Aussteller und Messebesucher bestens bewährt.
Die Ausstellung „Die Lithografie in zeitgenössischen Handpressendrucken“ wurde von der Leiterin des Gutenberg Museums Mainz, Frau Dr. Hanebutt-Benz, zusammengestellt.

Der Sonderkatalog „Book Art Directory“ für die Buchkunst-Aussteller konnte in einer Auflage von 5000 Exemplaren gedruckt und verteilt werden.

Jahresgabe 2001:

eine ansprechende Broschüre mit der Rede von Beat Brechbühl, Atelier Bodoni, Frauenfeld/Schweiz, gehalten anläßlich der Eröffnung der 2. Nordd. Handpressenmesse im Museum der Arbeit, Hamburg. Konzept und Gestaltung von Karin Girlatschek, Hamburg.

1.Halbjahr 2002

Vorbereitungen für die 54. Frankfurter Buchmesse und die 3. Norddeutsche Handpressenmesse, Hamburg 2003

August 2002

Buchpräsentation zum 200jährigen Bestehen der Stadtbibliothek Osnabrück. Plakatmotiv und Einladungskarte von der Edition Klopfholz, Wilfried Bohne, in Zusammenarbeit mit der Papierkünstlerin Hiltrud Schäfer.

Oktober 2002

„Platz der Buchkunst“ auf der 54. Frankfurter Buchmesse
Zentrales Thema: der künstlerische Tiefdruck. Für diese Aufgabe konnte die renommierte Druckwerkstatt Ketelhöhn aus Möhnesee gewonnen werden.
Der Hamburger Künstler Jürgen Meyer Jurkowski demonstrierte die künstlerische Arbeit auf der Kupferplatte. Beispiele der Kupferdrucktechnik und die Arbeitsinstrumente wurden in Vitrinen gezeigt.

Das Thema Handsatz, Maschinensatz und Buchdruck wurde in diesem Jahr vom Industriemuseum Darmstadt in Szene gesetzt. Es führte u.a. an einer Linotype-Setz- und Gießmaschine den Zeilensatz vor, was sich als ein Publikumsmagnet von besonderer Anziehungskraft erwies.

Die Papiermühle Homburg mit seinem Leiter Johannes Follmer übernahm den Part der manuellen Papierherstellung.

Eine glückliche Ergänzung der Aktionen des Gastlandes Litauen war eine Sonderausstellung zeitgenössischer Künstlerbücher, zusammengestellt vom Kurator und Buchkünstler Kestutis Vasiliunas aus Kaunas/Litauen.

Die bewährte Ausstellung „Book Art News Forum“ mit Neuerscheinungen der Buchkunst-Aussteller zeigte in 11 Vitrinen rund 50 Exponate – umlagert von fachkundigem Publikum.

Anstatt des bisherigen Sonderkataloges „Book Art Directory“ erfüllte in diesem Jahr erstmals ein Poster diese Funktion der Präsentation aller Buchkkunst-Aussteller. Dieses Poster war zu einem dachförmigen Prospekt gefaltet, passend zum Motto „Die Buchkunst unter einem Dach“.

Die unterschiedlichen Dekorationselemente, die den „Platz der Buchkunst“ markieren, hatten sich bereits bei den vorangegangenen zwei Messen bewährt. Sie dienten teils als Blickfang, teils um darauf Beleuchtungskörper zu installieren, teils als Informationsträger für die unterschiedlichen Demonstrations- und Ausstellungssektoren der gesamten Aktionsfläche.

November 2002

Besuch der Preisverleihung des Senefelderpreises der Stadt Offenbach.

Jahresgabe 2002:

Eine Satzfibel von Lehrlingen für Lehrlinge, gestaltet von dem Typographen und Buchkünstler Heinz Becker, Lindenberg/Pfalz, der noch heute die Kunst des Figurensatzes aus Satzmaterial meisterhaft beherrscht.

Januar 2003

3. Norddeutsche Handpressenmesse im Museum der Arbeit, Hamburg.
Die open-air-Ausstellung „Lyrik am Weg“ führte die Besucher zum Museum.
Diese Ausstellung wurde zusammengestellt von der SchwarzHandpresse Theo Hurter aus Flaach/Schweiz.
25 europäische Künstler hatten dazu mit je einem Einblattdruck beigetragen.
Die Anzahl der Teilnehmer aufgrund der in diesem Jahr auf einen Raum begrenzten Messe bereitete Probleme.
Der Verein und das Museum der Arbeit entschlossen sich daher, unter den Bewerbern diejenigen auszuwählen, die noch nicht an dieser Messe teilgenommen hatten. Die nunmehr 45 teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler kamen aus den USA, Russland, Tschechien, Polen, Schweiz, Spanien und aus
8 unterschiedlichen deutschen Bundesländern.
Wie zur Buchmesse 2002 hatten wir das Gastland Litauen zu einer Sonderausstellung „Zeitgenössische Buchkunst aus Litauen“ gebeten und dazu 4 Künstlerinnen und Künstler eingeladen. Sie zeigten ihre Arbeiten in einer viel beachteten Vitrinenschau im Foyer des Museums. Der 1. Stock des Museums war den „Buchhandwerkern“ vorbehalten: Papierschöpfen, Marmorieren, Buchbinden, Drucken in verschiedenen Techniken, Buchrestaurierung, Kalligraphie und vieles mehr wurde demonstriert und fachmännisch erklärt. Katalog, Plakat und Einladungskarte waren aus „einem Guß“, der Entwurf des Motivs und der Druck in den bewährten Händen von Klaus Raasch.

Mai 2003

Teilnahme an der Minipressen-Messe Mainz.

Oktober 2003

"Platz der Buchkunst" auf der 55. Frankfurter Buchmesse
Der Bucheinband stand im Mittelpunkt: dafür konnte das weltbekannte centro del bel libro ascona gewonnen werden. 5 Buchbindemeisterinnen demonstrierten dem Publikum die Feinheiten der künstlerischen Einbandgestaltung. In Tischvitrinen wurden Beispiele moderner Handeinbände gezeigt. Die Werkstatt Drucken + Lernen Oldenburg, Peter Vöge und sein Team, boten einen Einblick in die Kunst der Herstellung von Buchdrucklettern.
Es war ein Stand der grundsätzlichen Einführung in die Buchdruckgeschichte: vom Letternguß mit Handgießinstrumenten wie zu Gutenbergs Zeit, über Maschinenguß auf der Montotype-Gießmaschine, zur Holzletternfräse und dem Hand-Druck auf einer Kniehebelpresse von 1860.

Mit der Aktion „From Fair to Net“ wurde den Buchkunst-Ausstellern ein zusätzliches internationales „Schaufenster“ für ihre Werke angeboten und verschaffte der zeitgenössischen Buchkunst noch mehr Öffentlichkeit. Im Vorwege waren die Buchkunst-Aussteller auf diesen Service hingewiesen worden. Dank des Equipments konnten direkt auf der Messe die Neuerscheinungen mit Text und Bild direkt ins Internet gesetzt werden.
Insgesamt wurden 180 Titel vorgestellt. Die Statistik weist rund 7000 Zugriffe auf dieser Website auf – ein schöner Erfolg!

Für die Sonderausstellung zeitgenössischer Künstlerbücher aus dem Gastland Russland wurde von dem Künstlerehepaar Mikhail und Marina Karasik ein Konzept entwickelt, an dessen Realisierung sich eine Reihe russischer Buchkünstler beteiligten. Dieses künstlerisch-literarische Projekt stand unter dem Titel „Daniil Charms, St. Petersburger Mythen“. Zum besseren Verständnis wurde ein eigens dafür hergestellter dreisprachiger Katalog angeboten.

Das nun schon bewährte Poster in russisch-grün mit den Adressen aller Buchkünstler in Halle 4.1 passte farblich hervorragend zu der übrigen Gestaltung unseres Aktionsplatzes und der Halle. Von den 5.000 Exemplaren blieben nur wenige übrig.

Wie schon drei Mal zuvor, bewährte sich das „Book Art News Forum“ auch diesmal wieder bestens. Fachbesucher schätzen die Möglichkeit, sich erst einmal fern der Stände zu informieren und die Buchkunst-Aussteller berichteten von der verkaufsfördernden Wirkung dieses Forums.


Und am 15.12.2003 haben wir kräftig diese fünf ereignisreichen Jahre gefeiert, damit es weiter geht mit Schwung ...